Ich instagr.ame also bin ich ?
- Zeilen über unser Geposte in Pose -
Nein, verdammt, ich checke mein Facebook-Twitter-Tumblr-sonstwas Social Media Network N I C H T, wenn ich abseits von alltäglich-langweiligen (!) Wegen durch die Realität, live und in voller Farbe, stromer.
Mein Maximum ist ein Mini-Instagr.am Bild - was ich gern auch mal als sogenanntes #latergram uploade. Weil? Selbst der Moment des Fotografierens Motiv auswählen, zoomen, sein lassen, nochmal zoomen, Setting umstellen (!!), “xy guck’ mal bitte .. anders..”, Motiv 10x geknipst, bestes auswählen, mein Gott - welchen Filter wähl’ ich bloß?! …Der? Den? Nee, doch den… es vermag, uns von einem phantastischen, eben jenem Live-Moment abzulenken. Dich nicht? Klar …
Meinem schlechten Gedächtnis aka mir hingegen bleibe ich jene photographischen Erinnerungen schuldig. Und logo, ich liebe es offenbar jene Eindrücke wie mich zu teilen. Doch hierbei kommt es mir, wie in meiner Welt dem Sinn einer visuellen Plattform wie Instagr.am, die Spaß machen soll, auf das T E I L E N eines Bildes an - und nicht auf ein oder eintausendundein L I K E .
Nicht auf ein Minimum an Kommentaren, die den maximalen Aufmerksamkeits-Mehrwert (m)einer Fotografie bestimmen.
Nicht auf virales Gespreade, mehr Follower und all jene Dinge, die so denglisch anmuten, wie sie unwichtig sind.
Kann man glauben, oder sein lassen. I don’t care.
Das Einzige was mich kümmert, ist die Wesentlichkeit, die eine Applikation für ein Mobiltelefon dieser Tage offenbar einnehmen kann!
Ich häng’ gern mal in Digitalien ab - nicht wenig(-er), aber sicher auch nie mehr, als Notwendigkeit, Interesse oder Langeweile dazu beitragen.
Ohne Digitalien wäre ich einer Vielzahl spannender Menschen vielleicht nie begegnet; doch eben jene Begegnung nix Neues findet in Realien statt.
Face-To-Face.
Ohne Photoshop.
Ungefiltert.
Und ohne mein Schlimmstes: akutes, andauerndes, intensives Stimmungs-Geposte, was jeden einigermaßen reflektierenden Menschen mit ‘nem IQ jenseits Amöben-Niveau darauf schließen lässt, dass Herr oder Frau - nennen wir sie beispielsweise mal “Happy” - mal so gar keinen Spaß in ihrer Realität haben. Wann und vor allem mit wem auch - wenn er oder sie ihre Lebenszeit beinah ausschließlich auf Internet-Plattformen verbringen?!
Der nervende Instagr.amer scannt mit Argusaugen jeden neuen Fave und Follower. Lernt Statigr.am-Statistiken auswendig. Lässt Push-Messages reelle Konversationen unterbrechen.
Horror, genau!
Es mag interessante Momente geben, in denen eine Social-Media-Meute im Kollektiv beispielweise einen wundervollen Abendmoment für sich und das Follower-Konglomerat festhalten möchte. Problematisch wird’s in meinen Augen erst, wenn jenes Bild seinen Wert für die Knipser nur dadurch erlangt oder verliert, mit wie vielen “gefällt mir’s” es in den kommenden 24h global ausgezeichnet wird.
Oder, mein Zweitschlimmstes: wenn Herr oder Frau “Dein-Instragr.am-nervt!” jenes mobile Gerät z.B. griffbereit von Hosentasche bis Restauranttisch platzieren, um ja keine phantastische Momentaufnahme zu verpassen. Wenn ich dann noch Sätze wie “Das poste ich als Erste/r!” höre, bin ich hin und her gerissen: Lachen oder Weinen? Puke or Slap?
Wo ist der Spaß am Snap geblieben ?!
Was machen Credits - man möge mich dafuer mit analogen Foto-Filmen ja,ja, die gibt’s noch steinigen - in low-res Fotos dieser Fun-Fangemeinden?!
Mesdames et Monsieurs, die ihr es wie ich nicht lassen mögt einen Teil Eures Lebens für Euch oder Andere zu dokumentieren:
Ihr seid - also instagramt ihr!
Jedewedes Andersrum nervt.
Erstickt das Schöne am ebenso schönen Scheiß.
Denn mehr ist es nicht: Eine Applikation auf ‘nem mobilen Gerät, ohne das Generationen vor uns ihr Leben gerockt und vor allem eins - gelebt statt ge- und verpostet haben.